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"afriqua"
Steirisches Kulturfestival 2008
Projekt-Skizze "afriqua" Eingereicht vom Museum der Wahrnehmung MUWA für ein Rohkonzept Steirisches Kulturfestival 2008
Herbst 2007 / Herbst 2008
Gemeinsam mit den Jugendorganisationen des Landes Steiermark und in Zusammenarbeit mit dem ORF Steiermark plant das Museum der Wahrnehmung mit der Ausstellungseröffnung TIMM ULRICHS am 28. September 2007 den nächsten für den Bereich der menschlichen Wahrnehmung bedeutsamen Schritt in Richtung Anerkennung der Größe und der Bedeutung des Kontinents Afrika.
Mit TIMM ULRICHS startet eine auf zwei Jahre festgesetzte Reihe von Werkstätten, in welchen die Besonderheiten schwarzafrikanischer Wahrnehmungs-Varianten bearbeitet werden. "afriqua" ist als Projekt bezirksbezogener Arbeit in einem der größten Grazer Stadtbezirke geplant und wird gezielt KünstlerInnen als Partnerschaften einsetzen.
Als künstlerische Partnerschaften sind nach TIMM ULRICHS (BRD) die Kooperationen mit YAMAUCHI TATSUO (Japan), ISTVAN HAASZ (HU), FELICITAS GERSTNER (BRD), FRITZ RUPRECHTER (A), ZBIGNIEW BIELAWKA (Polen), NADJYA ELLEN HÄGER (A) und LINDE WOLFSGRUBER (A) vorgesehen.
Diese KünstlerInnen werden sich - insoweit es realisierbar ist - einerseits zu persönlicher Teilhabe an den Workshops verpflichten, anderseits ihre künstlerische Arbeit der Zustimmung, der Kritik, der Andersartigkeit und der Fremdheit von Kunst aus Afrika gegenüberstellen. Die KünstlerInnen aus Afrika werden unbeschadet ihres Status und ihrer gesellschaftlichen Stellung der Kunst unseres Kultur-Raumes gegenübergestellt.
Aus diesen Gegenüberstellungen beziehen diese Ausstellungen ihren diskursiven Charakter und sie thematisieren die Andersartigkeit der menschlichen Wahrnehmung auf vielen, oft unerwarteten Ebenen menschlicher Kommunikation.
Darüber hinaus plant das Museum der Wahrnehmung MUWA seine beiden Seminar-Leiterinnen, MAG. EVA FÜRSTNER und MAG. HEIDE SPITZER - beide ausgebildete Kunsthistorikerinnen - auf dieses Thema zu konzentrieren: Neben dem Angebot aus dem "7 WORKSHOPS"- Programm werden die Unterschiede der menschlichen Wahrnehmung zwischen Afrikanern/Afrikanerinnen und Europäern/Europäerinnen Thema der Workshops sein. Zur Festigung und Untermauerung der in den Seminaren auftauchenden Fragen, sollen die Kunstschaffenden aus Afrika nach Möglichkeit ihren Beitrag durch Anwesenheit und Diskussion leisten.
Zweite Ausstellung über der ersten!
Die Kunst-Ausstellungen bilden weiterhin einen Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung, sie werden weiter ergänzt und ausgebaut durch "afriqua", die kommentierenden Ausstellungen in der Galerie im ersten Stock und im Treppenhaus. Diese Werkausstellungen sind nicht gebunden an eine Rubrik der bildenden Kunst, nicht an Stile, Techniken, Material, sie sind vollkommen frei in der künstlerischen Sprache.
Dies macht auch ein weiteres Merkmal dieser neuen, diskursiven Ausstellungsform möglich: die Auseinandersetzung nicht nur mit dem/der Künstler/Künstlerin und dessen/deren Arbeit, sondern mehr noch, die Debatte über die Verschiedenheit künstlerischer Ausdrucksformen, die Debatte über Sicht- und Sehweisen, über Stile und Wahrnehmungsinhalte, über das Wesen der Kunst.
So ist vorgesehen, die seit Mai 2005 bestehenden Begleithefte zu den Farb-Foldern der Ausstellungen noch zu modifizieren: Zum Beitrag des Künstlers/der Künstlerin aus Nicht-Afrika kommt ein Beitrag aus Afrika hinzu und stellt beide Wahrnehmungs-Modelle schriftlich zur Diskussion.
Die Künstler/innen des Jahres 2008
YAMAUCHI TATSUO (Japan), Maler. 1950 in einem kleinen Ort nahe Kamiobori, Hokkaido, geboren. 1971 begann er mit dem Malen. 1984 traf er Sudo in Kirshiro, Hokkaido. Yamauchi Tatsuo ist praktizierender Buddhist.
ISTVAN HAASZ (HU), 1946 geboren in Gönc; 1964-68 Studium an der Pädagogische Hochschule in Eger; 1975-79 Studium an der Akademie für Bildende Kunst in Budapest; seit 1988 Dozent an der Universität für Angewandte Kunst in Budapest; seit 1989 Mitglied der Alte Künstlerkolonie in Szentendre; 2005 Gastdozent am International Academy of Arts, Bremen-Vallauris; Einzelausstellungen 2006: István Haász bei Gudrun Spielvogel Galerie & Edition, München; Aktuelle Kunst aus Ungarn Al-Galerie, Budapest.
FELICITAS GERSTNER (BRD), Bildende Künstlerin. 1959 geboren in Ottweiler/Saar; 1978-1983 Studium der Kunstgeschichte und Kunsterziehung in Mainz;1980 Förderpreis der Stadt Salzburg! 1981-1987 Studium an der staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städel, Frankfurt/M bei Prof. Michael Croissant; 1991 Debütantenförderung des Bayerischen Staates; 1996 USA-Stipendium des Bayerischen Staates für New York; 1999 Förderung durch die Prinzregent-Luitpold-Stiftung. Lebt in München.
FRITZ RUPRECHTER (A), Maler. 1950, geboren in Matrei in Osttirol; 1972 Hochschule für angewandte Kunst, Wien; 1974 Akademie Minerva, Groningen, Holland; 1972 School of Art, Cork, Irland; 1976 Diplom für Malerei und Grafik in Holland; 1977 Auslandsstipendium in Ägypten; 1979 Förderungspreis der Stadt Wien 1986-98; mehrmaliger Aufenthalt in Japan 1988-98 mehrmalige Aufenthalte in Südamerika. Fritz Ruprechter gilt als Konstruktivist.
MUWA Statement zu "afriqua"
Die Arbeit des Projektes "afriqua" bezieht sich in der Hauptsache auf den Stadtbezirk Graz-Jakomini, dem größten Grazer Bezirk mit rund 28.000 Einwohner/inen und einem starken Anteil an fremdländischen Bewohner/innen. Aus diesem Bezirk aber auch darüber hinaus bezieht das Museum der Wahrnehmung im 16. Jahr seines Bestehens - elf Jahre im neuen Haus "Tröpferlbad" - seine unmittelbare Präsenz, nicht zuletzt durch die gute Nachbarschaft zum Kindermuseum und zum KIZ.
Das Museum der Wahrnehmung MUWA realisiert, sammelt, reflektiert und präsentiert künstlerische Arbeiten aus den Bereichen zeitgenössischer bildender Kunst, Musik, Architektur und Design, die sich in ihrer Eigendefinition vorrangig mit den Modalitäten der Wahrnehmung befassen.
Dabei sucht das Museum der Wahrnehmung die Kooperation mit Wissenschaftsbereichen, die in vergleichbarer Zielsetzung daran arbeiten, Wahrnehmungsfähigkeiten und Wahrnehmungsfertigkeiten mit der Intention zu präzisieren, Kommunikationskompetenz, Konfliktlösungskompetenz und Informationskompetenz zu fördern.
MUWA: Die Arbeitsziele
Mit seinen Ausstellungen (mindestens vier/Jahr), Installationen (etwa 20), den Seminaren und Workshops (zwischen 160 und 200 pro Jahr) definiert das Museum der Wahrnehmung MUWA Kunstvermittlung als soziale Dienstleistung, die in mehreren Wirkungsebenen erbracht wird: im unmittelbaren lokalen Umfeld als Stadtentwicklungsarbeit, im Kontext konkurrierender Kultureinrichtungen als themenzentrierte Spezialisierung auf gesellschaftsrelevante Aussagen der Kunst und in der subsidiären Übernahme kooperativer Bildungsarbeit mit kunstpädagogischer Zielsetzung.
Schwerpunkt Reduktive Kunst
Das Museum der Wahrnehmung widmet sich in seinen Ausstellungen künstlerischen Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Bildende Kunst, Video/DVD und Skulptur, die sich weitgehend unter dem Begriff Reduktive Kunst zusammenfassen lassen. Formal differenziert ist ihnen der Gestus der Rückführung komplexer Gestaltungselemente gemeinsam.
Generell definiert das MUWA Kunst als ein für die Gesellschaft relevantes Forschungsfeld. Leitgedanke dabei ist die Einsicht in die Notwendigkeit, Kultur- und Kunstbegriff an der gesellschaftlichen Wirklichkeit weiterzuentwickeln und in den Bereichen Ausbildung und Weiterbildung in Kooperation mit Universitäten, Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung sowie im engen Kontakt mit dem Publikum umzusetzen.
MUWA: Kunstvermittlung als Dienstleistung
Das Museum der Wahrnehmung MUWA hat mit der Realisierung des oben genannten Konzepts eine neue Sparte begründet, die nationale und internationale Aufmerksamkeit geweckt hat. Das belegen die initiierten inhaltlichen Kooperationen beispielsweise mit dem Neuen Museum Nürnberg, der Städtischen Galerie Erlangen und der Galerie Fotohof in Salzburg.
Mit dem Leiter des ORF Steiermark, Gerhard Draxler, wurde für Herbst diesen Jahres die Vereinbarung einer soziokulturellen Kooperation beschlossen.
MUWA folgt der Ideenfindung
Das vorliegende Konzept folgt den Vorhaben des Landes insoferne, als es künstlerische und soziokulturelle Ansätze zu einem zukunftsorientierten Dialog heranführt und Nachhaltigkeit in der Durchführung verspricht. Hauptthema von "afriqua" ist eine pädagogische Basis für einen Unterricht zu finden, der in zeitgemäßer Form und in einem ungewöhnlichen Rahmen - eine Ausstellung über Zeitkunst - stattfindet.
Das Museum der Wahrnehmung MUWA ist von Beginn an seiner Aufgabe nachgekommen, konkret und nachvollziehbar im größten Grazer Stadtbezirk Jakomini die Arbeit mit neu hinzugekommenen Bevölkerungsanteilen zu leisten. So wurde der Kostenanteil für im Bezirk Wohnende stark herabgesetzt und es wurde erst jüngst Kontakt mit großen Jugendorganisationen geschlossen.
Beispielsweise wurde mit Mag. Clemens Berger, von "CHECKIT" vereinbart, dass Jugendliche die mit Ausweis/Karte erscheinen, freien Zutritt zu Ausstellungen, Events, Musikveranstaltungen (Bis 10 % der Plätze) erhalten; weiters zahlen sie den halben Preis für das Samadhi-Bad und den halben Preis für Teilnahme an einem der "7 WORKSHOPS". Eine vergleichbare Regelung wurde auch mit Florian Arlt, dem Leiter des Steirischen Dachverbandes der offenen Jugendarbeit geschlossen.
Kooperation mit dem Wissenschafts-Ministerium
Eine Zusammenarbeit wurde auch mit dem Wissenschaftsministerium ins Auge gefasst. Die Einbeziehung von pädagogisch noch nicht erprobten Arbeitsfeldern wie "Klimawandel", "Umweltproblematik" oder "Globalisierung" bezogen auf die menschliche Wahrnehmung lassen sich im Umfeld eines auf Entwicklung begriffenen Kontinent wie Afrika spezialisiertes Museum der Wahrnehmung MUWA gut unterrichten. Die Gegenüberstellung von Kunst europäischen Ursprungs mit Künsten afrikanischer Herkunft lassen sich darüberhinaus gut thematisieren.
Ana Garic eröffnet Fotoausstellung im MUWA
Ein Beispiel dafür ist das Fest "Chiala Afriqa 2007", das am 15. Juni 2007 beginnt und zu dessen Beginn im MUWA eine Ausstellung von Fotografien des Serbischen Fotografen Neboja Babic, Belgrad, gezeigt wird, sowie eine Aufführung des Tanztheaters "WANTED" am 16. Juni ebenfalls im Museum der Wahrnehmung. Ana Garic wird in ihrer Funktion als Kuratorin des Museum of African Art, Belgrad, eröffnen. Die Ausstellung wird ein Monat lang zu sehen sein und sie ist so etwas wie eine Premiere der Galerie im ersten Stock des Museums der Wahrnehmung MUWA.
Mit diesen ersten Schritten beginnt in diesem Sommer ein zunächst auf zwei Jahre geplantes Projekt "afriqua", ein Projekt das sich in allen Punkten an die Vorgaben des Landes hält.
Kosten des Projekts "afriqua"
Im laufenden Jahr 2007 betragen die Kosten von Univ.Prof. Timm Ulrichs:
TIMM ULRICHS, Berlin 28.9.2007 bis 10.2.2008
Timm Ulrichs, geb. 1940 in Berlin, lebt in Hannover, seit 1960 Professor an der Hochschule für Bildende Kunst in Münster. Seit 1959 betreibt Timm Ulrichs in Hannover eine Werbezentrale für Totalkunst. Er propagiert, projektiert und produziert Totalkunst - Objekte, Szenen, - Landschaften, Expeditionen, Totalpoesie, Totalmusik, Totalfilm, Totaltheater.
Sich selbst bezeichnet er als Totalkünstler - "als das erste lebende Kunstwerk." (Selbstausstellung, 1961) Werke in bedeutenden Privat- und Museumssammlungen (z.B. Staatsgalerie Stuttgart), vielfacher Preisträger für "Kunst am Bau".
Über Timm Ulrichs einen kurzen Text zu verfassen, stellt Autoren regelmäßig vor erhebliche Probleme. Seine Produktion von Kunst erweist sich als überbordend vielseitig: Ulrichs ist Konzept-Künstler, Bildhauer, Druckgrafiker, Dichter, Performer, Fotograf, Professor an einer Akademie, Inhaber und Betreiber einer Zimmergalerie, eines Postschließfachs, Computerkünstler, selbst erstes lebendes Kunstwerk, akribischer Archivar der eigenen Aktivitäten und auch jener anderer Künstler/innen, politisch tätig und vieles mehr, kurz: Totalkünstler, wie er es selbst formuliert.
Die Kosten sind zu teilen zwischen der Intendanz des Steirischen Kulturfestivals beziehungsweise dem Kulturamt des Landes Steiermark und dem Wissenschafts-Ministerium, vertreten durch Frau Dr. Marie Celine Loibl. Das Museum trägt alle darüber hinaus anfallenden Kosten wie Mieten, Betriebskosten, Gehälter, Projekt-Entwicklungskosten und ähnliches.
Als Kontaktpersonen des Museums der Wahrnehmung MUWA wurden der Leiter des Museums der Wahrnehmung Werner Wolf, sowie in Vertretung Mag. Alfreda Draxler genannt.
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