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DIE SCHWERPUNKTE IM PROGRAMM 2012

OPEN MUSIC: QUATUOR BOZZINI

SAMADHI-BAD GUTSCHEIN AKTION 24. 11. bis 23. 12. 2012

IMPULS MINUTENKONZERTE - GALERIENRUNDGANG MIT MUSIK IM MUWA

IGNM-Konzert: "ensemble szene instrumental" spielt Werke von Michael Gielen

OPEN MUSIC: FRANCES-MARIE UITTI & GARETH DAVIS

LANGE NACHT DER MUSEEN DES ORF 2012: 841 IM MUWA !

TAG DES DENKMALS

SABINE RICHTER IM MUWA

DIE GOMRINGERS KOMMEN AM 18. DEZEMBER 2009!

SINNE IN BEWEGUNG

FELICITAS GERSTNER: SOMETIMES I AM YOU



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DIE SCHWERPUNKTE IM PROGRAMM 2012
Sämtliche Ausstellungen im Text


DIETER BALZER, BERLIN
(September 2011 bis Februar 2012)

Von Dieter Balzers Werken ließen sich Kopien herstellen, die von Originalen seiner eigenen Hand nicht zu unterscheiden wären. Deshalb ist anzunehmen, er habe seine Arbeit so angelegt, als käme es auf Unikate nicht an. Für diese Abwertung des Unikats zugunsten einer möglichen Repetition spricht auch seine Neigung zu Theorien radikaler Konstruktion aus deren Perspektive sich die Formation der Objekte erklären und ihr Zusammenhang heuristisch fassen ließen. Doch die Augen lassen sich leicht verführen und öffnen den Blick auf Wege in eine andere Wahrnehmungswelt.

Das konstruktive Verfahren, auf das sich Balzer bezieht, gehört zu der Vielzahl künstlerischer Methoden des 20. Jahrhunderts, die darauf angelegt sind, Individualität auszuschalten oder sie zu entgrenzen, um das Sichtbare möglichst rein zur Geltung zu bringen, ohne es von subjektiven Einwirkungen deformieren zu lassen. Das Subjektive gilt diesen Künstlern als zweifelhaft und verwirrend. Deshalb sollte es übergangen, unterdrückt oder aufgelöst werden. Um einen direkten und klaren Blick auf die Sache, das Objekt, die Idee zu ermöglichen - wie auf mathematische Flächeneinheiten (z. B. Diagramme, logisch konstruierte Systeme) oder auf mathematisch geordnete Anschauungsmodelle (z.B. architektonische Konstruktionszeichnungen). Der hohe Reiz, der von den mathematisch orientierten Methoden bei gleichzeitiger Unterdrückung künstlerischen Subjektivität ausgeht, liegt darin, dass ziemlich perfekte und für das Auge kaum noch steigerbare Ausführungen möglich sind. (Peter Herbstreuth).



MELITTA MOSCHIK
GEN-EXPRESSION

Melitta Moschik, Graz, Wien, Klagenfurt,
Eröffnung: 9. März 2012, 19.30 Uhr
Ausstellung: 10. - 30. März 2012, täglich von 14.00 bis 18.30 Uhr, außer Dienstag


Die Künstlerin Melitta Moschik nimmt in ihrer aktuellen Arbeit REALITY SHAPES in der Ausstellung im Klagenfurter MMKK, dem Museum Moderner Kunst Kärnten, der Lokalisierung von Schrift, Zeichen und Plastik Bezug auf diese zum Teil neuen Realitätsaspekte und Moschik bietet dem/der BesucherIn Regeln der Interpretation von Wirklichkeit an, die im Zusammenhang von Kunst wahrgenommen werden können.

Besonders fixiert Melitta Moschik dabei Spielarten eines GENOME IMAGING mit der Visualisierung aktueller genetischer Expressionsdaten in Farbe und in Schwarzweiß. Moschik bezeichnet Gen-Expressions-Muster in der Biotechnologie als zur Darstellung der Aktivität von Genen geeignet und in ihrer spezifischen Struktur und farbigen Codierung als signifikantes Abbild genetischer Information lesbar. Die Gen-Expressions-Daten erlauben es, die Funktionsweise lebender Zellen zu analysieren, gesundes und krankes Gewebe zu vergleichen, um die Ursachen von Krankheiten festzustellen.

Aber was macht ein/e NichtmedizinerIn, ein von der Genforschung unbelasteter Zeitgenosse mit solcherart geometrisch erscheinenden intelligenten Oberflächen, wenn ihm oder ihr die formale Logik und ihre ästhetische Qualität zur Zeit nicht habhaft sind? Was löst beim Betrachter der Mangel an auf microarray basierenden Analysen aus, wenn er einsieht, dass er glauben muss statt zu wissen? Was, wenn ein gutes Kunstwerk plötzlich auch Sinn macht, oder wenn plötzlich Grauwerte stärker werden als bunte Farben und Kunst hinter der medizinischen Anwendung verschwindet? Ist Kunst auch eine Frage von Größe? Ist sie wirksam, wenn sie besonders aus der Reihe tanzt, wenn sie gigantomanisch ist, oder wenn sie ganz klein wird, wie bei Melitta Moschik?

Die Frage von Kunst und ihrer Lesbarkeit ist seit dem Mittelalter Thema von Auseinandersetzungen und sie ist heute weniger als je zuvor gelöst. In Gesellschaften, die zwar mit Worten, mit Geschichte und mit Geschichten korrespondieren konnten, nicht aber mit geschriebenen Worten, spielten Bilder eine dominierende Rolle. Jetzt verlieren diese Bilder ihren Bezug zur Realität, ihre Falschheit wird im Foto, im manipulierten Computerbild, im Film deutlich. Erfindungen werden in Bildern nötig und nicht Entdeckungen, die längst schon gemacht worden sind. Melitta Moschniks Arbeiten zeigen in streng geometrischer Form Kommunikationsstrategien auf, die vor zwanzig Jahren kein Mensch für möglich gehalten hat, niemand als notwenig erachtet hat und die wichtig für unser aller Leben geworden sind.

REALITY SHAPES ist nach der Ausstellung im Museum Moderner Kunst Kärnten MMKK im Museum der Wahrnehmung MUWA in Graz bis Ende März 2012 mit einem Schwerpunkt GEN-EXPRESSION zu sehen.

WERNER WOLF: 1946 in Graz geboren, seit 1969 Redakteur bei der Neuen Zeit, Kulturjournalist, Mitbegründer zweier Privatschulen (Volksschule, AHS), 1985 bis 1988 Ausbildung in gestalttheoretischer Psychotherapie, 1990 Begründung des Museums der Wahrnehmung MUWA und dessen Leiter, Gastprofessor für Medienpädagogik in Linz, Bundesvorsitzender der IG-Kultur, 2001 Goldenes Ehrenzeichen des Landes, 2008 Landeskulturpreis, zahlreiche Auszeichnung u.a. des Kulturministeriums.



HASSO v. HENNINGES, NÜRNBERG
(14. April 2012 bis 31. August 2012)

HASSO v. HENNINGES: DAS EINE UND DAS ANDERE, BEIDES. Der Titel der Publikation verklammert zwei gemeinsam entwickelte Ausstellungen mit Werken von Hasso von Henninges im Stadtmuseum Fembohaus Nürnberg und im Kunstmuseum Bayreuth. Das Stadtmuseum Fembohaus Nürnberg zeigte vom 3. Februar bis 19. März 2006 ausgewählte Arbeiten des Künstlers zum Thema schwarzweiß+rot" und das Kunstmuseum Bayreuth widmete sich vom 12. Februar bis 19. März 2006 dem Themenkomplex ockerbraunrotblau". Als nächstes zeigt jetzt das Grazer Museum der Wahrnehmung MUWA Teile dieser beiden Ausstellungen.

Für das Stadtmuseum Fembohaus war dieses Projekt eine Premiere. Erstmals wurde ein Künstler vorgestellt, dessen Werke der Konkreten Kunst zuzuordnen sind. Das eine und das andere. Beides." - Das sind zu allererst zwei verschiedene Werkkomplexe, die von Hasso von Henninges über mehrere Jahre unabhängig voneinander entwickelt wurden und die lange Zeit nebeneinander herliefen. Die eine Werkreihe befasst sich überwiegend mit den Farben von Erden; der andere Themenbereich konzentrierte sich lange Zeit auf die Farben schwarz und weiß und wurde erst vor kurzem um die Farbe Rot zur Trias schwarzweiß + rot" ergänzt. Beide Themen sind dem Künstler gleichermaßen wichtig.

Hasso v. Henninges. 1943 in Berlin geboren. 1972 Examen zum Diplom-Volkswirt Universität Köln; langjährige Tätigkeit als Sozialwissenschafter; 1979 Promotion zum Doktor der Philosophie; seit 1989 freischaffender Künstler; 2000 Mitglied der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft.



CLARA OPPEL, Graz - KLANGSKULPTUR "NOUS"
(30. Juni bis 20. Juli 2012)

Clara Oppel hat Tonaufnahmen von Erzählungen verschiedenster Menschen mit Geräuschen aus der Umgebung gefärbt und nach auditiver Analyse in einen kaum noch hörbaren Bereich zerlegt. Weg vom rationalen Verstehen werden Sprachfragmente in Klang transformiert und brechen durch die kompositorisch angelegten Bewegungen von Lautsprecher zu Lautsprecher in den Raum hinein. Wiederholungen, Verschachtelungen und Zeitverschiebungen stehen als Metapher für die nie fassbare Komplexität eines Lebens.

Clara Oppel, geboren in Bayern, lebt und arbeitet in Graz, hat Objektbildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli und Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe studiert und war Meisterschülerin bei Diet Sayler. Parallel zu zahlreichen Stipendien folgten Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, Mexiko und Venezuela.

Die Ausstellung CLARA OPPEL KLANGSKULPTUR "NOUS" wird am Freitag, 29. Juni 2012 um 19.30 Uhr eröffnet!



JENS VELLING-SCHÜRMANN
RAUM MAL ZEIT

14.9.2012 bis Februar 2013


Personalausstellung von Fotografien, die mit einer Spezialkamera fertig gestellt wurden. Jens Velling-Schürmann schafft eine Möglichkeit, Ereignisse aufzuzeichnen und die Darstellung der Bewegung auf einen Blick im Bild sichtbar zu machen. Es ist diese Ausstellung ein erstes Mal, dass Jens Velling-Schürmann in Österreich zu sehen ist. Seinen Apparat hat er zur Ausstellung mitgebracht.


(Änderungen vorbehalten)