 |
|
 |
IN EIGENER SACHE!
"PRÜFUNG PRIMA - ABER: DURCHGEFALLEN!"
Manchmal ist Öffentlichkeit gefragt. Wenn man glaubt, etwas erreicht zu haben und man dann erst recht durchfällt! Den ersten Rang beispielsweise bei der "Langen Nacht der Museen" unter den steirischen "Freien Kuturstätten" mit 1.222 BesucherInnen! Oder der Preis, mit dem der neue Workshop des MUWA gerade ausgezeichnet wurde. Aber: Dem Museum der Wahrnehmung MUWA wurde das zweijährige Recht auf mittelfristige Förderung aberkannt! Das ändert zwar nichts im Auftritt des MUWA, nur: Es wird alles viel komplizierter!
Werner Wolf, Leiter des Museums der Wahrnehmung MUWA
---------------------------------------------------------------
Tiefschlag am Erfolgshöhepunkt"
Museum der Wahrnehmung wehrt sich gegen Kritik und Verlust der Langzeitförderung.
Mit Erstaunen und Befremden" nehme er zur Kenntnis, dass (wie berichtet) das Museum der Wahrnehmung (MUWA) seitens der Stadt Graz keinen mehrjährigen Fördervertrag mehr bekomme, sagte MUWA-Leiter Werner Wolf gestern bei einer Pressekonferenz. Die Kritikpunkte eines mir in der Endfassung noch nicht übermittelten" (unter www.graz.at/cms/bei-trag/10029027/313875 nachzulesenden) Stadtrechnungshofberichts seien ernst zu nehmen: Darüber muss man reden." Das MUWA urgiere in gewissen Bereichen (etwa der Werbung) schon lange bei den zuständigen Stellen der Stadt: Ohne Erfolg." Ein Beispiel: Ein seit sieben Jahren installiertes Band für Leuchschriften wird einfach nicht in Betrieb genommen".
Kulturstadtrat Wolfgang Riedler habe zwar auch für 2009 in etwa" 35.000 Euro zugesagt, aber längerfristiges Arbeiten werde sehr erschwert. Der Fall aus der Mehrjährigkeit" treffe das Haus außerdem am Höhepunkt des Erfolgs". Er frage sich auch, warum Land (es steuert 70.000 Euro bei) und Bund (25.000) mit der Arbeit offensichtlich zufrieden seien. WT (Kleine Zeitung, am Freitag 21. November)
.........................................................................
MUWA im Visier des Rechnungshofs:. Kritik an Fördervergabe
Mit der Budgetierung und Finanzplanung des Museums der Wahrnehmung geht der Grazer Stadtrechnungshof (RH) im aktuellen Bericht hart ins Gericht. Aber auch die Fördergebarung der Stadt wird kritisiert, das MUWA als Beispiel genannt.
Mängel bei der Budgetierung und in der Kassengebarung wirft der RH dem MUWA vor. Museums-Chef Werner Wolf ist bereit, Änderungen vorzunehmen: Wir müssen nur wissen, welche", kritisiert er einen Mangel an Information. Ab Februar würde es eng, wenn die Förderungen der Stadt ausblieben. Das Museum wird nicht zugesperrt, aber über Einzelprojektförderungen soll es zu der empfohlenen engeren Begleitung kommen", stellt Kulturstadtrat Wolfgang Riedler klar.
Der Fall MUWA veranlasst den RH jedoch auch, die Fördergebarung der Stadt Graz zu kritisieren. Während die Beurteilung der inhaltlichen Qualität der Bezieher sehr genau beurteilt werde, gäbe es bei Fragen der Budgetierung und Finanzplanung kein stringent orientiertes Procedere. Das Kulturamt hat weder die Ressourcen noch die Befugnis dafür, aber das Konzept der neuen Drei-Jahres-Förderverträge wird mit dem Rechnungshof koordiniert", erklärt Riedler. C. Hartner
.....................................................................
An Herrn Mag. Dr. Wolfgang Riedler Stadtrat für Kultur Rathaus / I A 8010 Graz 12.11.2008
Sehr geehrter Herr Stadtrat Mag. Dr. Riedler, lieber Wolfgang!
Es ist ja fein, wenn man für seine Arbeit überhaupt ein Geld bekommt, und so hab ich mir angehört, was Du mir am Telefon gesagt hast; dass ich weiterhin mit dem Geld nahezu der gleichen Summe rechnen kann und dass dem MUWA die mehrjährige Förderung aberkannt werden soll. Und ich habe überlegt, was das eigentlich bedeutet, wenn einer Kulturinitiative im 18. Jahr ihres Bestehens die mehrjährige Unterstützung es sind ja nur drei Jahre im Höchstfall entzogen wird. Und ich muss Dir leider mitteilen, dass ich diese Meinung für das MUWA nicht teilen werde können. Dazu einige Details, die - das gestehe ich ein etwas Zeit brauchen, um sie zu lesen.
1. Wie die Kleine Zeitung berichtet, hat das Museum der Wahrnehmung mit 1.222 Tagesbesuchern Patz eins bei den Häusern der freien Szene in der Langen Nacht der Museen erreicht. Bei der von den Verkehrsbetrieben Graz gestützten und vom ORF organisierten Veranstaltungsreihe präsentierte sich das MUWA als gesamtkünstlerische Konzeption als revitalisiertes, historisches Gebäude von städtebaulicher Einzigartigkeit, als spartenübergreifend programmiertes Kunsthaus mit klar definierten Wirkungsebenen und als soziales Dienstleistungskunstwerk seinen Gästen mit der Ausstellung FELICITAS GERSTNER sometimes I am you. Das MUWA rangiert in der Liste vor anderen großen Häusern, beispielsweise der Neuen Galerie die ich im übrigen sehr schätze - oder allen anderen steirischen Galerien.
2. Wir haben Dir davon in einem Schreiben Mitteilung gemacht, auf das wir leider keine Antwort bekommen haben. Einen kurzen Brief hätte ich mir schon erwartet, zumal es ja eine Leistung ist.
3. Das MUWA hat von seiner auf mindestens zwei Jahre geplanten bedeutenden Serie von Wahrnehmungswerkstätten zum Thema Kunst und Klima aufmerksam gemacht. Große Schwierigkeiten werden dieser und den nächsten Generationen die Veränderungen des Klimas machen: Temperaturanstieg, Stürme in kurzer Reihenfolge, Überschwemmungen, Erdrutsche und Dürre. Das Museum der Wahrnehmung MUWA will mithelfen, rechtzeitig zu warnen, sinnvoll zu entscheiden, in vollem Bewusstsein zu handeln. Die neue Workshop-Reihe Kann man riechen, dass es wärmer wird ist ein Schritt zu einem Angebot, sich selbst neu zu entscheiden. Bis heute haben das Unterrichtsministerium, die Sektion V, der Landesschulrat für Steiermark und die Technische Universität Graz ihre Unterstützung zugesagt.
4. Leider haben wir im MUWA noch keine Nachricht über das Ausmaß oder den Umfang der Mitwirkung Deines Referates für Kulturangelegenheiten, ausgenommen einen Verweis auf späteren Erledigungszeitpunkt. Das tut uns besonders deshalb leid, als das Thema Klimawandel erst vor wenige Tagen von Obama als eine der wichtigsten Aufgaben genannt worden ist, sich aber die österreichische Sozialdemokratie zumindest wichtige Teile von ihr - regelmäßig abwendet, wenn die Rede auf das Klima kommt.
5. Für das Museum der Wahrnehmung MUWA ist die Einrichtung mehrjähriger Förderverträge unerlässlich, weil diese eine mehrjährige Planung und Finanzierung erst ermöglichen. Ausstellungen mit Daniel Spoerri, Tony Cragg, Timm Ulrichs, Istvan Haasz oder Rita Ernst wären nicht möglich, wenn die Mehrjährigkeit vom MUWA weggefallen wäre. Die künftigen Namen der Ausstellenden im MUWA, Fritz Ruprechter, Diet Sayler, Hasso von Henninges, Hans Florey, Linda Wolfsgruber oder Cornelia Genschow und Tone Fink sind ohne Mehrjährigkeit schwer vorstellbar.
6. Auch für die Veranstaltung der bis zu 200 Wahrnehmungs-Workshops jährlich ist bei acht Angestellten des Museums der Wahrnehmung MUWA mit unterschiedlicher Stundenzahl die mehrjährige Planung unerlässlich und wie der Workshop der Reihe Kunst und Klima zeigt, ist er auch zwingend notwendig. Zudem ist die Förderung der Mehrjährigkeit des Museums der Wahrnehmung MUWA durch das Land Steiermark offensichtlich, die Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes ja präsent.
7. Vor einem Jahr haben wir vom MUWA auf die gefährliche Lage aufmerksam gemacht, die uns von Seiten einer unfreundlichen Klage entgegen gebracht wird. Vom Land Steiermark haben wir rasche Hilfe erlangt, von Seiten der eigentlich verantwortlichen Stadt bis auf den Tage heute aber keinerlei Unterstützung erfahren. Im Gegenteil: Die Abwehr eines Konkursantrages, die aufwendigen Vorarbeiten für den Rechnungshofbericht, die 62 Seiten umfassende Zusammenstellung eben dieses Rechnungshofberichtes, die Evaluierung ist zusammengefallen mit einer explosiven Steigerung der Besucherzahlen und der Erreichung des Spitzenplatzes unter den freien Kulturinitiativen. Das trotz eines dreimonatigen Krankenstandes einer wertvollen Mitarbeiterin.
8. Diese positive Situation wurde seit mehr als zwei Jahren von dem Umstand begleitet, dass wir zwar in Briefen nachdrücklich auf Mängel hingewiesen haben, jedoch keine Maßnahmen von verantwortlichen Stellen der Stadt Graz getroffen worden sind, um diese Mängel zu beheben. Dabei handelt es sich auch um Geldbeträge, die nicht unbedeutend sind.
9. Der Rechnungshofbericht hat uns in den Bereichen, für die wir uns vom MUWA zuständig fühlen, also in der Vermittlung von Wahrnehmung und Kunst, recht gegeben, in allen anderen betriebswirtschaftlichen Bereichen haben wir dem Rechnungshofbericht zugestimmt und Verbesserungen akzeptiert und sie zum Teil bereits eingeführt. Diese Verbesserungen liefen parallel zu entscheidenden Kursangeboten im Bereich der Wahrnehmung, wovon unsere Aufzeichnungen ja den Beweis liefern.
10. Wir haben auf der Basis der Verhandlungen beginnend im April 2008 mit einem Ende der Verfahren im August 2008 gerechnet. Gleichzeitig haben wir das Ende der Finanzierbarkeit des MUWA mit September 2008 vorhergesagt. Nun jetzt ist es Mitte November und wir haben noch nichts von einer Finanzierung des MUWA durch Graz gehört. Wir haben zwar ¬ 8.000.- mehr erhalten, dieser Betrag wurde uns nicht ausgezahlt sondern sogleich einbehalten. Es sind also keine Mittel zur Tilgung der Schuld geflossen.
11. Zudem ist für Graz die Rolle eines Museums, das vorwiegend jungen Menschen offen steht, das in Werkstätten die Berührung mit aktueller Kunst zum Thema macht, für Wahrnehmung und ihrer Spielarten bereit ist und das außerdem in einem einzigartigen Gebäude logiert, in Graz unbesetzt sieht man vom Museum der Wahrnehmung MUWA und seinen Initiativen Jahr für Jahr einmal ab.
12. Wenn es richtig ist, dass in der Evaluierung der noch ausstehende Endbericht des Stadt-Rechnungshofes einer positiven Berichterstattung entgegengestanden ist, hätte ich mir eine Variante erwartet, die darauf Bezug nimmt, und die Wiedererreichbarkeit der mittelfristigen Förderung mit einem Datum verbindet, an dem die Mittelfristigkeit wieder einsetzen kann. Das umso eher, als mir mitgeteilt wurde, dass die Kunstausstellungen überaus positiv bewertet worden sind, was umso befremdlicher erscheint, als sie ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen geradezu dazu verurteilt erscheinen, ab nun schlechter vorbereitet zu werden.
Ich bin Dir sehr dankbar für Deine telefonische Bemerkung, dass Du das MUWA sehr schätzt und seine Arbeit auch durch einen nahezu gleich hohen Beitrag von der Stadt Graz hoch hältst. Ich kann Dir leider nicht zustimmen, wenn Du im 18. Jahr des Bestandes des Museums der Wahrnehmung MUWA an seiner Basis existentielle Veränderungen vornimmst, ohne auf die Zukunft zu verweisen.
Der erste Rang unter den Besucherzahlen 2008, die 10.000 Jahres Besucher, die knapp 200 Workshops, die zum Teil internationalen Ausstellungen, die Aktion 60PLUS sowie zahlreiche andere Aktionen, die wir im Jahr durchgeführt haben, zeigen an, dass Du über das MUWA nicht ausreichend informiert und von den mehr als 600 Interessierten am Geschehen des MUWA Professoren, Lehrer, Künstler und Informierte - unzureichend in Kenntnis gesetzt wurdest, was wir ein wenig mit diesem Schreiben beseitigen wollen.
Wir sind auch gerne bereit, das Bild vom MUWA nach außen hin professionell zu verbessern, sind aber bisher aus finanziellen Gründen dazu nicht in der Lage gewesen. Seit Bestehen des MUWA weisen wir darauf hin, dass uns für Werbung kein Geld übrig bleibt, das scheint nun anders zu werden.
Ich danke Dir für Deine Wohlmeinung über das MUWA, schreibe diesen Brief an Dich und grüße Dich freundlich, Dein
Werner Wolf, Leiter des Museums der Wahrnehmung MUWA
|
|
 |