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„Der Raum verliert Grenzen, die Zeit ihre Bedeutung“

Auszüge aus der Transkription von Aufzeichnungen der Samadhi-Gäste

„Sehr angenehmes Körpergefühl - Wasser und Luft haben richtige Temperatur. Schwebendes Gleiten, ähnlich wie in einer Hängematte, aber mit dem Gefühl der Schwerelosigkeit. Sich fallen lassen und doch gehalten und gestützt werden und zwar an den richtigen Stellen, ohne dass man diese spürt. Aufgehoben sein, warm und weich und doch fest genug, um nicht unterzugehen die Leichtigkeit des Seins fühlend.“
(w.,43)

„Am Anfang suchte ich mir eine bequeme Stellung für meine Arme. Ich war etwas verkrampft und konnte meinen Kopf nicht einfach in das Wasser sinken lassen, was sich aber mit der Zeit löste, dann konnte ich so richtig entspannt auf dem Wasser liegen. Anschließend - ich weiß nicht genau wie lange das war - hatte ich noch Angst, irgendwo anzustoßen. Aber nach und nach lockerte sich auch das Gefühl und dann fühlte ich mich frei und absolut ruhig. Was danach mit mir geschah, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Ich verlor wirklich jegliches Zeit- und Raumgefühl! Als dann das Licht wieder anging, konnte ich es gar nicht glauben, dass die Dreiviertelstunde schon vorbei sein sollte. Ich bin mir sicher, dass sehr viele Bilder vor meinen Augen erschienen, aber ich kann mich an fast nichts mehr erinnern. Vielleicht habe ich auch geschlafen. Es wäre auch angenehm gewesen noch länger in dem Bad zu bleiben.“
(w.,17)

„Die Tür schließt sich. Anfangs noch etwas Unbehagen und auch noch etwas kalt. Doch nach und nach habe ich meine Position für völliges Entspannen gefunden. Nur mehr ich bin hier - im Dunkeln - kein Chef, kein Lernen, kein Telefon, keine Sorgen - nur ich und mein Herzschlag. Es scheint mir, als würde ich jeden Moment einschlafen und doch nicht wirklich. Worauf ich mich konzentriere, nimmt ein konkretes Bild an und längst Vergessenes lebt auf. Das Licht geht an. - Die Tür öffnet sich. Alltag, hier bin ich wieder. Entspannt, ruhig und energiegeladen. Waren es wirklich 45 Minuten? Denn mir schien es, meine Flucht vor der Umwelt - oder besser gesagt mein Ausflug ins innere Selbst, hat lediglich zehn Minuten gedauert.“
(w.,27)

„Eine Stunde in vollkommener Dunkelheit. Nach ca. einer Viertelstunde begann der Körper unwillkürlich zu entspannen, die Hände auf den Bauch gelegt, wärmten und entspannten diesen, die Nackenmuskeln widersetzten sich zäh. Ich denke, es ist auch möglich, dass sich der Nacken entspannt - ich atme ein, siehe er tut’s, zumindest teilweise: Wie leicht sich Denken in die Wirklichkeit umsetzt, wenn man sich gerade pudelwohl fühlt! Es ist sehr angenehm in dieser Weite mit mir allein zu sein, mir geht nichts ab. Wie problemlos und freudig das Leben eigentlich ist! Zum Schluss geht das Licht an, die Türe öffnet sich mit leichtem Knarren, ich kann nicht glauben, dass das eine Stunde war.“
(m., 42)

„Ein unendliches Erlebnis! Die Türe schließt sich, leise Musik, das Licht verblasst. Der Körper treibt schier schwerelos, irgendwo - wo auch immer - und ein Gefühl der absoluten Entspannung macht sich breit. Ein paar Dialoge mit dem Selbst stellen sich ein, und die Zeit scheint nicht mehr zu existieren. Ein tiefes, violettes Licht kommt über mich, welches von dunklem Grün abgelöst wird, und ein Bewusstsein absoluter Unendlichkeit entsteht. Plötzlich ein überwältigendes Glücksgefühl, weißes Licht scheint mich wegzutragen, ich öffne die Augen und bemerke das Licht im Bad ist wieder aktiviert, das Tor öffnet sich; doch fällt es mir schwer das Samadhi-Bad wieder zu verlassen, zu gerne wäre ich noch länger in dieser unendlichen Atmosphäre getrieben.“
(m.,23)

„Im Großen und Ganzen könnte ich das Erlebnisbad mit dem Film von Stanley Kubrick „2001 Odyssee im Weltall“ vergleichen: Schwereloses Gleiten des Körpers um alle Achsen; abgeschlossen von jeglicher Kommunikation; Raum verliert seine Grenze, Zeit löst sich auf, verliert Bedeutung. Der eigene Raum wird zu einem unendlich großen Raum - kleinste Bewegungen oder Spannungen (z.B. Augenlider) sind sehr intensiv wahrnehmbar, wie Erdbeben oder Meeresrauschen.... Der Herzschlag, den man permanent hört, ruft die Funktionen des Körpers ins Gedächtnis, so dass stark der Eindruck entsteht, dass der eigene Körper wie eine Maschine läuft und funktioniert.“
(m.,23)

„Entspannen ging anfangs schnell. Die Musik war angenehm. Man muss sich daran gewöhnen, dass der Kopf getragen wird, wenn man ihn ganz fallen lässt und dass dabei die Augen trocken bleiben. Ich hielt die Augen die ganze Zeit geschlossen. Langsam und ruckweise entspannte sich der ganze Körper immer mehr - einzelne Muskelpartien, z.B. Oberschenkel, Schulter geben immer wieder noch ein Stückchen im Wasser nach. Dafür wurden verspannte Körperstellen schmerzhaft und störend deutlicher. Einige Zeit war ich damit beschäftigt das aufzulösen. Gedanken kreisten um Körperwahrnehmung und ein Thema, das mich momentan sehr beschäftigt. Ganz still wurden sie nie - vielleicht wollte ich das auch zu sehr. Ganz am Beginn hatte ich ein kurzes flashartiges Schwebeerlebnis: es war, als würde ich wie eine Wolke rasch in der Luft dahinziehen. Ein fast berauschendes Gefühl der schnellen Bewegung. Es kam nicht mehr. Das Wasser ist angenehm weich - selbst das Anstoßen an der Wand ist sanft. Manchmal ist das fast wie eine zärtliche Berührung. Meist lag ich ganz still - die Arme seitlich neben den Kopf angewinkelt, die Beine leicht auseinander. Bei kleinen Bewegungen wurde mir kalt. Diese Wärme entwickelte sich nur in der Ruhe, im Stillhalten - wie eine Hülle um den Körper. Am Ende dachte ich schon, ich hätte ein inneres Erleben von Hellerwerden - Lichtkreise - doch es war nur das Licht das anging.“
(w., 29)