Kunstausstellung
BARBARA HÖLLER, Wien
„Präsenz der Linien“
BARBARA HÖLLER, Foto: Daniel Lichterwaldt
BARBARA HÖLLER, Wien
„Präsenz der Linien“
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Eröffnung / Opening: 13. März 2026, 19.30 Uhr
Einführung / Introduction: Mag.a KATIA HUEMER, Kuratorin Kunsthaus Graz
Ausstellung / Exhibition: 14.03.-11.09.2026
BARBARA HÖLLER "Deep Space 02, 2022, Acryllack auf Lederimitat, 125 x 125 cm",
credit: Barbara Höller
BARBARA HÖLLER
„Präsenz der Linien“
BARBARA HÖLLER gehört zu den wichtigsten Vertreter:innen konkreter und konstruktiver Kunst der mittleren Generation in Österreich. Im Museum der Wahrnehmung MUWA zeigt sie in ihrer Ausstellung
„Präsenz der Linien“ Arbeiten aus den vergangenen sechs Jahren. Linien sind in ihren Werken präsent als Gitter- oder Netzstrukturen, als überlagerte, auslaufende und gebrochene Linien. Die
Künstlerin arbeitet meist in Serien, für die sie jeweils ein System entwickelt, das stark von den verwendeten Materialien, dem Format und dem eingesetzten Farbauftrag bestimmt wird. BARBARA
HÖLLERs kontinuierliches Bestreben nach Systematisierung bewirkt, dass sie im Arbeitsprozess einer Serie bereits neue Strategien für künftige Werkgruppen entwirft.
In den Werkserien Straight River / Deep Space, Ladder und Cover the Color entstehen Linien durch freies Verlaufen von Farbe auf dem Bildgrund ohne Zuhilfenahme eines Lineals.
Die Geradlinigkeit der so entstandenen Farbstreifen ist der Konsistenz der Farbe im Zusammenspiel mit dem Trägermaterial geschuldet, die BARBARA HÖLLER empirisch entwickelt. „Farbe und
Gravitation sind meine Assistentinnen“, so die Künstlerin. Die mehr oder weniger dichten Netzstrukturen sowie die Farbgebung der Linien lassen den Eindruck von Räumlichkeit auf der Bildfläche
entstehen.
Für die Serie Broken Lines hat die Künstlerin ein Zufallssystem für die Richtungen der durchbrochenen Linien (aus Kupferfarbe, die von der Künstlerin zum Oxidieren gebracht wurde und
somit Blautürkis erscheint) festgelegt. Sie bezeichnet dieses Liniengefüge als „Konstruktion“ und merkt zu den Linien an: „Sie verlieren ihre Eindeutigkeit und werden zu Trägern von Spannung,
Irritation und Bewegung.“ Anderen Arbeiten wie beispielsweise den Serien Quartett und Ways or Means liegt ein offenes System zugrunde. Dabei ordnet die Künstlerin einzelne Bildteile immer wieder
neu an. Ein weiteres offenes System charakterisiert ihre dreidimensionale Serie der Landmarks, modulare Objekte aus jeweils sechs bemalten Holzkörpern, deren Teile einzeln gedreht werden können,
um das zugrundeliegende formale System zu verändern.
SYLVIE AIGNER, Kunsthistorikerin, Kuratorin, Chefredakteurin von PARNASS, schreibt im Katalogtext „Das Konzept der Linie“ über die Künstlerin: „Das Werk von Barbara Höller bewegt sich im
Spannungsfeld der Malerei zwischen Objekthaftigkeit und Zweidimensionalität und der Fragestellung nach dem Materialcharakter der Farbe. Die Linie ist dabei Hauptakteur der Bildkonzeption - selbst
dort, wo Barbara Höller die Farbe in den Raum entwickelt. Sie ermöglicht ihr, eine Struktur herzustellen, die von den Linien selbst vorgegeben wird.“
Mit ihrer Ausstellung „Präsenz der Linien“ reagiert die Künstlerin auf den besonderen Raum des MUWA mit seinem oktogonalen Grundriss und nutzt seine vielfältigen Blickwinkel für ein irritierendes
und vergnügliches Spiel mit Systemen und Zufällen.
Eva Fürstner / Sabine Richter
BARBARA HÖLLER
„Presence of Lines“
BARBARA HÖLLER is one of the most important representatives of concrete and constructive art among the middle-generation in Austria. In her exhibition ‘Presence of
Lines‘ at the Museum of Perception MUWA, she is showing works from the past six years. Lines are present in her works as grid or net structures, as overlapping, fading and broken. The artist
usually works in series, for each of which she develops a new system that is strongly determined by the materials used, the format and the colour application employed. BARBARA HÖLLER's continuous
striving for systematisation means that she already devises new strategies for future groups of works during the working process of a series.
In the series Straight River / Deep Space, Ladder and Cover the Color, lines are created by allowing paint to flow freely onto the painting surface
without the aid of a ruler. The straightness of the resulting color stripes is due to the consistency of the paint and its interaction with the substrate, which BARBARA HÖLLER develops
empirically. ‘Colour and gravity are my assistants‘ says the artist. The more or less dense network structures and the colouring of the lines create the impression of spatiality on the painting
surface.
For the Broken Lines series, the artist established a random system for the directions of the broken lines (made of copper paint, which the artist oxidised
to give it a blue-turquoise appearance). She describes this line structure as a ‘construction‘ and comments: ‘They lose their clarity and become carriers of tension, irritation and movement.‘
Other works, such as the Quartet and Ways or Means series, are based on an open system. Here, the artist repeatedly rearranges individual parts of the image. Another open system
characterises her three-dimensional series of Landmarks, modular objects each consisting of six painted wooden bodies, whose parts can be rotated individually to change the underlying formal
system.
SYLVIE AIGNER, art historian, curator and editor-in-chief of PARNASS, writes about the artist in the catalogue ‚Das Konzept der Linie‘: ‘Barbara Höller's work moves
in the field of tension between objectivity and two-dimensionality in painting and the question of the material character of colour. The line is the main actor in the conception of the image –
even where Barbara Höller develops colour in space. It enables her to create a structure that is determined by the lines themselves.‘
With her exhibition ‘Presence of Lines‘ the artist responds to the unique space of the MUWA with its octagonal floor plan and uses its diverse perspectives for an
unsettling and entertaining play with systems and coincidences.
BARBARA HÖLLER, geboren 1959 in Wien. 1977-1980 Studium der Mathematik, Wien. 1977-1984 Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Zusammenarbeit mit Konrad Rautter (u.a. 1988-96).
1989 Arbeitsstipendium der Stadt Wien. Mitbegründung der Künstlerinnengruppe Vakuum (1990-95). 1991 Atelierstipendium der Stadt Wien Budapest (HU). Kuratierung mehrerer Ausstellungen seit 1992.
1993-2001 Leitung des Ausstellungsraumes „sehsaal“ Wien. 1995 Romstipendium des bm.wvk. 1996 Japanstipendium des bm.wvk.
Preise: 1987 und 1994 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich. 1994 1. Preis Trend Art Spektrum 94, Wien. 1999 1. Preis Bauholding Kunstwettbewerb. 1999 Ankaufspreis 26. Grafikwettbewerb
Innsbruck.
Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl): 2025 Layering – Galerie Floss und Schultz, Köln (DE) und Coaraze (FR) / Hebel 121, Basel (CH) / Galerie Gezwanzig Vienna (AT) / Galerie Marenzi,
Leibnitz (AT) / 2024 Paper Unlimited – museumkrems, Krems (AT) / BLIND DATE – Museum Liaunig, Neuhaus/Kärnten (AT) / Open Crate (Online exhibition) – Alfa Gallery New York / 2023 (mit Han Feng)
Loft8 Galerie Wien (AT) / 2022 Arthouse Galerie Bregenz (AT) / gpl contemporary Wien (AT) / Cinetique II – EinsZwei Gallery, Prag (CZ) / 2020 Künstlerhaus Hamburg (mit Wahida Azhari) (DE) / (mit
Christine Ulm) Galerie Nothburga Innsbruck (AT) / Bildraum 01 Vienna (AT) / Frise Künstlerhaus Hamburg / 2019 blaugelbezwettl Zwettl (AT) / IP Center Vienna (AT) / 2018 Grüne Galerie Vienna (AT)
/ Österreichisches Kulturforum Bratislava (SK) / 2017 artmark Galerie Wien / basement Wien (mit Stano Masár) / ok St. Pölten (mit S. Ortlieb, J. Feilacher, E. Straszer) (AT) / 2014 OÖ.
Kunstverein (mit Michael Wegerer) Linz / 2010 Galerie Splitter Art Wien / 2008 Adamgallery Brno (CZ)
Lebt und arbeitet in Wien und Wallern im Burgenland.
https://www.barbarahoeller.at/
KATIA HUEMER, 1977 geboren. Studium der Geschichte in Kombination mit Medienkunde an der Karl Franzens Universität Graz und an der Universitá degli Studi di Bologna, sowie
Abschluss des ULG Kuratieren in den Szenischen Künsten an der Paris Lodron Universität Salzburg und der LMU München. Seit 2004 arbeitet Katia Huemer im kuratorischen Team des Kunsthauses Graz, wo
sie seither mehr als 50 Ausstellungen, beinahe ebenso viele Publikationen und unzählige Veranstaltungen verschiedenster Formate betreute.
