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Ausstellung
PLEASE TOUCH ME
im MUWA-Obergeschoß
Eröffnung: 19.01.2026, 18.00 Uhr
Ausstellung: 20.01.-30.04.2026
Studierende des Faches „Kunst und Gestaltung“ (LV-Leitung ULRICH TRAGATSCHNIG) der Pädagogischen Hochschule Steiermark https://www.phst.at/home/ besuchten das Museum der Wahrnehmung im Rahmen einer Führung und eines Workshops zur Kunstausstellung CHRISTOPH GESING „Way of colour“ und nahmen am Vortrag von Bettina Uhlig „Philosophieren mit Kindern zur Kunst“ teil. Anschließend erarbeiteten die Studierenden in Kleingruppen ein Ausstellungskonzept für das MUWA-Obergeschoß. Aus den Konzepten wurde das Projekt PLEASE TOUCH ME ausgewählt, im Rahmen dessen alle Studierenden Objekte entwickelt haben, die explizit zum Berühren einladen.
Mit Arbeiten von Jakob Gosch, Barbara Hafner, Lukas Hafner, Carina Jäger, Maja Jaritz, Franziska Lehfeldt, Katharina Leitner, Helena Maier, David Stefan Mauerhofer, Lisa Nebauer, Antonia Marie Pfennich, Teresa Maria Putzer, Maria Reisinger, Noor Rihawi, Angelina Sando, Helene Scherz, Lena Scurek, Liliana Theiler, Jasmin Trummer, Mathea Wilhelm, Julian Zeiner
Die einzelnen Arbeiten der Ausstellung PLEASE TOUCH ME
1. Katharina Leitner „Wahrnehmung Stimme Widerstand“, 2026
Die fragmentierten Körperteile verweisen auf Misogynie und Sexismus, die weibliche Körper reduzieren und zugleich unsichtbar machen. Bewusstes Hinsehen, Lautwerden und Handeln stehen im Zentrum meiner Arbeit.
2. Lena Scurek „Please touch me?“
Material: Ton auf Leinwand, Acryl
Passend zum Ausstellungstitel „Please touch me“ lädt die Oberfläche meines Werks zur Berührung ein. Zugleich wollte ich die Zweideutigkeit dieses Satzes hinterfragen. Das Bild zeigt den Torso einer Frau in roten Bettlaken und thematisiert die gesellschaftliche Tabuisierung weiblicher Lust. Mein Werk stellt die Frage, wem Berührung erlaubt ist – und wem nicht.
3. Jakob Gosch „Selber Fühlen“
Hinter dem, was sich verboten und unbekannt anfühlt, verbirgt sich manchmal etwas ganz Vertrautes. Lass dich auf das Unbekannte ein. Hinterfrage die starren Konditionierungen, die dir auferlegt wurden. Überwinde die brüchigen Barrikaden und sei frei. Die Arbeit „Selber Fühlen“ beschäftigt sich mit den Mechanismen der psychosozialen Prägung durch Geschlechterrollen. Hinter dünnen Seilen abgebunden verbirgt sich unter Luftpolsterfolie ein unsichtbarer, noch fragiler Körper, den es zu erforschen gilt.
4. Franziska Lehfeldt „Wimmelbild BEGREIFEN!“
Bei meiner Arbeit bitte ich Sie einmal die Augen zu schließen. Ist die Oberfläche die sie spüren hart oder weich? Warm oder kalt? Uneben oder glatt? Welche Assoziationen löst die Berührung in mir aus? Durch unsere unterschiedlichen Erfahrungen, entsteht bei jedem vielleicht ein etwas anderes Bild. Dadurch kann jeder in seinem Kopf ein eigenes Bild kreieren, das Ihrer Wahrnehmung.
5. Barbara Hafner „Hand drauf - das Bild, das dir die Hand reicht“
Aus Puppenarmen zusammengesetzt, zeigen sich viele einzelne Gesten nebeneinander. Sie wirken vertraut und gleichzeitig fremd, wie ein stilles Angebot zur Begegnung.
6. Maja Jaritz „rest and relaxation“
Du kannst dich hier kurz fallen lassen. Der Polster wartet geduldig auf dich. Kurz innehalten. Spüren. Eine kleine pause nur für dich.
7. Maria Reisinger „Das ewige Eis“
Die Arbeit, ein Materialmix aus Stahl und Kunststoff, ist der Versuch Eis fassbar zu machen."
8. Antonia Marie Pfennich „Meer sein“, 2025
Das Werk versucht den Kontrast zwischen zart und grob, weich und hart, die Schönheit unserer Meere und die Belastung durch Plastikmüll, sichtbar zu machen. Dabei stehen die eingearbeiteten Perlen sinnbildlich für die jahrelange Anstrengung, die nötig ist, um unsere Gewässer zu schützen und nachhaltig von Abfall zu befreien.
9. Angelina Sando „Akzeptanz“, 2025
Diese Arbeit spricht von Schmerz, der nicht nur erlitten, sondern verursacht wurde. Thema ist der Trennungsschmerz – jedoch aus der Perspektive jener Person, die selbst Teil der Verletzung war. Die von hinten in die Leinwand getriebenen Nägel stehen für wiederholtes toxisches Verhalten: einzeln schmerzhaft, in der Masse jedoch abgestumpft. Wie bei vielen dicht gesetzten Nägeln verliert auch emotionaler Schmerz durch Gewohnheit seine unmittelbare Schärfe. Der weiße Kreis im Zentrum erinnert an ein Auge, ein Symbol für Selbstbeobachtung und Konfrontation. Unter der Leinwand hängen rote Fäden als körperlich erfahrbarer Schmerz, durchzogen von blauen Perlen, die Tränen andeuten. Die Arbeit lädt dazu ein, Berührung zuzulassen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Schuld, Schmerz und Abstumpfung im eigenen Handeln spürbar werden.
10. Liliana Theiler „Ich schaue aus dem Fenster“, 2025
In meinem Werk setze ich mich mit dem Thema Einsamkeit auseinander. Gemeint ist jene Form der Isolation, die schleichend entsteht, wenn sich Menschen nicht mehr aktiv begegnen, sondern nebeneinander her leben. Gerade in Städten fällt mir auf, dass es durch die Anonymität viele einsame Menschen gibt. In einem Moment der Einsamkeit schaue ich aus dem Fenster und sehe doch nur wieder graue Wände, vorbeifahrende Autos und Menschen, die kalt aneinander vorbeigehen und in sich selbst versunken sind. Mein Werk ist eine Stickerei und zeigt ein kleines Haus, umgeben von Natur. Es ist das Haus, in dem ich einen Teil meiner Kindheit verbracht habe, sowie die umgebende Natur, die ich an manchen Tagen sehr vermisse. Es sind aber auch die Erinnerungen an schöne Kindertage: wie das gemeinsame Spielen am Bach, das Laufen durch die Maisfelder und das Bauen von Lagern im Wald.
In einem Moment der Einsamkeit stehe ich am Fenster und wünschte, ich würde nun den Ausblick auf diese Landschaft erblicken.
11. Carina Jäger „Nach den Sternen greifen“, 2026
Material: Leinwand, Acryl, Papierkugel
„Nach den Sternen greifen“ bedeutet für mich, groß zu träumen und mich nicht mit dem Naheliegenden zufriedenzugeben. In diesem Bild geht es nicht darum, die Sterne wirklich zu erreichen, sondern den Mut zu haben, sich nach ihnen auszustrecken.
12. Helene Scherz „Die Vorsicht“, 2026
Material: Gips, Leinwand, Fund- und Alltagsmaterialien
Ich wollte ein Gesicht schaffen, das man anfassen darf - und sogar soll. Die vielen unterschiedlichen Materialien laden zum Fühlen, Spielen und Entdecken ein und erzeugen eine kleine Gefühlsexplosion. Gleichzeitig spielt die Arbeit mit dem musealen Berührungsverbot und bleibt bewusst fragil - Berührung ist erwünscht, aber nur mit Vorsicht.
13. David Stefan Mauerhofer „Fäden über dem Dazwischen“
Die Farben wirken wie ein Wetterwechsel der Seele: kühle Tiefe links, glühende Nähe rechts und dazwischen ein Moment, in dem sich beides berührt. Das unfertige Spinnweben liegt darüber wie ein Gedanke im Werden, fragil und doch verbindend. „Touch me“ ist hier eine Einladung, den Übergang nicht nur zu sehen, sondern mit den Fingern zu begreifen.
14. Noor Rihawi „Blaue Blume“, 2025
In diesem Werk thematisiere ich die blaue Blume der Romantik als Symbol der Sehnsucht. Im Hintergrund ist das Meer zu sehen, das für Weite und das Unendliche steht. Die Blume besteht aus Draht und Perlen unterschiedlicher Größe, während der texturierte Hintergrund mit den Fingern und Acrylfarbe gestaltet wurde.
15. Julian Zeiner „Stahl“, 2025
„Beep-Booop-Biibiip-Buuub-Buuub-Biib“
16. Helena Maier „Der unberührte Ozean“
Glitzerndes Salzwasser, glimmernde Steine, feiner Sand und Muscheln in den interessantesten Formen und Farben. Schon erstaunlich, welche Wunder die Natur unseren Augen bietet. Ziel meines Werkes war es, genau diese staunenerregende Schönheit darzustellen und gleichzeitig ein kleines Urlaubsfeeling zu schaffen, das nur eine Berührung entfernt ist. Und da es bei mir immer etwas fantasievoll sein muss, wartet hinter dem Perlenvorhang jemand, der dir gerne Hallo sagen möchte.
17. Lisa Nebauer „Verantwortung und Berührung“, 2026
Puppenhände aus Kunststoff, Holzrahmen, diverse Elektronikelemente aus alten Puppen
Wie viel Liebe und Berührung braucht ein Mensch? Wonach strebt die nächste Generation? Worin manifestiert sich Menschlichkeit? Dieses interaktive Kunstobjekt soll Betrachtende in Kontakt mit der jüngsten Generation bringen. Durch einfache Berührung werden sie in eine Rolle versetzt, die größer ist als sie selbst – die einer Mutter, eines Vaters, einer Verantwortung tragenden Instanz. Hier entstehen Berührungspunkte zwischen Gegenwart und Zukunft. Durch die Berührung wird spürbar, dass Menschlichkeit dort beginnt, wo Verantwortung angenommen wird.
18. Jasmin Trummer „Grün und Pink“, 2025
Ineinanderfließende Farben und verschiedene textile Strukturen laden ein, sich sowohl visuell als auch sensorisch auf eine Reise zu begeben.
Spüre und ertaste die Fantasielandschaft und beobachte dabei, wie deine Fingerspitzen und Handflächen die Welt interpretieren.
19. Mathea Wilhelm „Ein Dialog“
Kupfer
Durch die Handlung des Ertastens und Angreifens wird das Publikum Teil des künstlerischen Prozesses und damit selbst zum Bestandteil des Werks. Das Eintauchen des Kupfers in Schwefelsäure beschleunigt die Oxidation des Metalls und macht Veränderung schnell sichtbar. Über die Dauer der Ausstellung entsteht so ein materieller Dialog zwischen Werk und Besucherinnen, dessen Spuren am Ende des Ausstellungszeitraums im Objekt eingeschrieben sind.
20. Teresa Maria Putzer „Flausch als Form“, 2026
Dieses Werk lädt durch seine weiche, wolkige Oberfläche zum Anfassen ein und widersetzt sich der rein visuellen Kunstbetrachtung. Die gefilzte Wolle auf der Leinwand betont Sinnlichkeit, Farbe und Textur und macht das haptische Erlebnis zum zentralen Bestandteil.
21. Lukas Hafner „Die sensorische Kunstbox“, 2025
Die sensorische Kunstbox soll es jedem ermöglichen, verschiedene Materialien der Kunst auszuprobieren. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf das entstehende sensorische Gefühl, wenn verschiedene Stifte und Pinsel die Leinwand berühren, also am besten die Augen schließen und loslegen. Dass dabei etwas Lustiges oder Schönes entsteht, ist natürlich nicht verboten.
