SHAWN STIPLING

"AUF DER SUCHE NACH KOHÄRENZ"

"IN PURSUIT OF COHERENCE"

 

Eröffnung / Opening : 16.9.2022, 19.30 Uhr

 

Begrüßung in Vertretung von Bürgermeisterin ELKE KAHR / Greetings per pro Graz Mayor ELKE KAHR: Mag.a SAHAR MOHSENZADA

 

Gespräch mit dem Künstler / Artist talk :

Lic.Phil. KATRIN BUCHER-TRANTOW, Chefkuratorin, stellvertretende Direktorin Kunsthaus Graz / Chief curator and deputy director of Kunsthaus Graz

 

Ausstellung / Exhibition : 17.09.2022-24.02.2023

 

Die Ausstellung findet in Kooperation und mit Unterstützung der / Exhibition in cooperation and with support of Galerie FLOSS & SCHULTZ Köln statt.

 

https://www.shawnstipling.com/

 

 

Auswahl an Arbeiten der Ausstellung von SHAWN STIPLING

 

 

SHAWN STIPLING

„AUF DER SUCHE NACH KOHÄRENZ“

 

Der britische Künstler SHAWN STIPLING zeigt in seiner Ausstellung „AUF DER SUCHE NACH KOHÄRENZ“ im Museum der Wahrnehmung MUWA eine Auswahl von Bildern und Wandskulpturen, die im Zeitraum von 2015 bis 2022 entstanden sind.

 

SHAWN STIPLINGS Werk zeichnet sich durch eine Reduktion von Form und Farbe aus, jedoch beruht sein Minimalismus nicht auf einem Dogma, sondern ist das Ergebnis seiner präzisen Planung und zahlreicher Experimente, mit dem Ziel, über jedes Detail, jeden Millimeter Bildfläche, die größtmögliche Kontrolle auszuüben und den Zufall zu vermeiden. Das Ergebnis sind monochrome Bilder mit Linien, die Räumlichkeit erzeugen, meist nahezu am Bildrand positioniert und auf einer horizontalen Mittellinie verschoben sind. „Alles ist geplant, aber das heißt nicht, dass es nicht intuitiv ist. In der Planungsphase wird viel experimentiert, es wird viel ausprobiert. Die ganze Kreativität findet hier statt. Ich verwende keine mathematischen oder sonstigen Systeme, sondern treffe alle Entscheidungen intuitiv.“

 

Für seine künstlerische Entwicklung vom abstrakten Expressionismus hin zu einer minimalistischen Formensprache sieht er ein prägendes Schlüsselerlebnis im Jahr 2003 verantwortlich: STIPLING besucht das Museumsgebäude der Serralves Foundation in Portugal, entworfen vom portugiesischen Architekten Alvaro Siza. Von dessen minimalistischer, bis in kleinste Detail durchdachten Architektur ist STIPLING fasziniert und vom Umstand, wie mit begrenzten, klar durchdachten Mitteln eine starke, emotionale Reaktion hervorgerufen werden kann. Diesen Ansatz verfolgt der Künstler fortan in seinem eigenen Werk.

 

2020 beginnt SHAWN STIPLING Wand- und Bodenskulpturen zu entwickeln. In einem Interview sagt er, der Wechsel zu dreidimensionalen Objekten „habe sich für ihn völlig natürlich angefühlt“. Im selben Jahr beginnt der Künstler, sich mit Fragen des Maßstabs zu beschäftigen und realisiert Arbeiten größeren Formats mit neuen Techniken und Oberflächen. Die Vergrößerung der Bilder verändert nicht nur sein eigenes Experimentieren, sondern hat auch Auswirkungen auf die Herangehensweise der Betrachter:innen. Ungeachtet des Formates ist es STIPLING jedoch ein Anliegen, dass Betrachter:innen seine bewusst betroffenen Entscheidungen erkennen. „In meiner Arbeit geht es um ‚menschliche Absicht‘ und ‚Entscheidungsfindung‘ und nicht um ‚Zufall‘ oder ‚Spontaneität‘.“

 

Fotos von der Eröffnung am 16.9.2022 von CHRISTOS LIATSIS

 

SHAWN STIPLING

"IN PURSUIT OF COHERENCE"

 

In his exhibition "IN PURSUIT OF COHERENCE" at the Museum of Perception MUWA, British artist SHAWN STIPLING shows a selection of paintings and wall sculptures created between 2015 and 2022.

 

Shawn Stipling’s work is characterised by a reduction of form and colour, yet his minimalism is not based on a dogma but is the result of his precise planning and numerous experiments, with the aim of exercising the greatest possible control over every detail, every millimetre of picture surface, and the avoidance of chance. The results are monochrome images with lines that create spatiality, often positioned almost at the edge of the image and displaced on a horizontal centre line. „Everything is planned but that is not to say that it is not intuitive. During the planning stages there is a great deal of experimentation, a lot of trial and error. All the creativity takes place here. I use no mathematical systems or systems of any kind, it is all intuitive decision making.”

 

He sees a key formative experience in 2003 as responsible for his artistic development from abstract expressionism to a minimalist formal language: Stipling visited the museum building of the Serralves Foundation in Portugal, designed by the Portuguese architect Alvaro Siza. He was fascinated by its minimalist architecture, conceived down to the smallest detail, and by the fact that a strong and emotional reaction could be evoked through these limited, clearly thought-out means. From then on, the artist pursued this approach in his own work.

 

In 2020 Stipling began to develop sculptural projects such as wall and floor sculptures, saying in an interview that the switch to three-dimensional objects ‘felt completely natural’. In the same year, the artist begins to deal with questions of scale and realises works of larger format with new techniques and surfaces. The enlargement of the images not only changes his own experimentation, but also has an impact on the viewer’s approach. Regardless of the format, however, Stipling still maintains the importance that viewers recognise his consciously affected decisions. “My work is about ‘human intention’ and ‘decision-making’ rather than ‘serendipity’ or ‘spontaneity’.”

 

 

Pressemappe zur Ausstellung

SHAWN STIPLING "AUF DER SUCHE NACH KOHÄRENZ"


SHAWN STIPLING wurde 1967 in Chester, UK, geboren. Von 1986 bis 1989 studierte er Fotografie und Design an der Universität von Wolverhampton. Nach seinem Studium arbeitete er hauptsächlich als Designer für Kunstgalerien und Künstler, während er in seiner Freizeit mit seinen eigenen Arbeiten experimentierte. Doch erst ein Besuch des Serralves-Museums in Porto, Portugal, im Jahr 2003, der sein Interesse an der Architektur der Moderne weckte, brachte ihn dazu, eine persönlichere Sprache zu entwickeln - weg von der gestischen Malerei und hin zu einem eher vorgegebenen und konzentrierten Ansatz. In den Jahren 2011 und 2012 hatte er seine ersten Ausstellungen in Spanien und dann in Wales im Vereinigten Königreich, wo sich die Anfänge seines reduzierten Stils abzeichneten. Shawn Stipling lebt und arbeitet in Cambridge, UK.

 

Zu den ausgewählten Ausstellungen gehören: CONTEMPORARY BRITISH PAINTING PRIZE 2022, Huddersfield Art Gallery und Thames-Side Studios Gallery, London, UK; VARYING IDEAS OF ALMOST, 2020, Galerie Pugliese Levi, Berlin, Deutschland (solo); WHERE PARALLEL LINES, 2019, Galerie van den Berge, Niederlande (solo); SHIFT, 2018 - Shawn Stipling/Martina Geccelli, RaumX Project Space, London, UK; BEASTS LIKE US, 2018, Galerie van den Berge, Niederlande, (solo); SIGHTLINES, 2017, Galerie Floss & Schultz, Köln, Deutschland (solo); ECCENTRIC GEOMETRIC, 2017, ArtHouSE1, Bermondsey, London, UK (Gruppe); PAINTING BLACK, 2017, Museum Wilhelm Morgner, Soest, Deutschland (Gruppe); IN OTHER WORDS, 2016, Gray Contemporary, Houston TX, USA (solo); ALL THINGS BEING EQUAL, 2016, Riki Mijling/Shawn Stipling, Galerie Floss und Schultz, Köln, Deutschland; PAINTING, MORE OR LESS... , 2015, Transmitter, Brooklyn, NY, USA (Gruppe); DAVE MEIJER/SHAWN STIPLING, 2015, Galerie van den Berge, Niederlande; THE BLUE SQUARE PROJECT, 2014, Articulate Project Space, Sydney, Australien (Gruppe). Nach der Ausstellung im Museum der Wahrnehmung MUWA ist eine Einzelausstellung in der Galerie Floss und Schultz in Köln geplant.

 

 

Lic.Phil. KATRIN BUCHER-TRANTOW arbeitet seit 2003 als Kuratorin, seit 2012 auch als stellvertretende Leitung und Chefkuratorin am Kunsthaus Graz. Geboren 1971 in St. Gallen/CH. Lebt und arbeitet in Graz. Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Basel. 2001-2003 war sie Kuratorische Assistenz an der Kunsthalle Basel. Auswahl kuratierter Ausstellungen: Amazons of Pop!, Peter Kogler, Alina Szapozcnikow, Kateřina Vincourová and Camille Henrot, Constantin Luser, Landschaft in Bewegung, Katharina Grosse, Berlinde de Bruyckere; Cittadellarte, Teilen und Verändern; Michael Kienzer; Vermessung der Welt, Heterotopien und Wissensräume in der Kunst; Roboterträume (mit dem Museum Jean Tinguely, Basel); Leben? Biomorphe Formen in der Skulptur; Albert Oehlen; M Stadt, Europäische Stadtlandschaften; Sol LeWitt; Verschiedene Beiträge in Katalogen und anderen Publikationen wie Camera Austria International, Domus und Parnass.